SQL Server CAL 2019 aktivieren? So lizenzieren Sie korrekt (Server+CAL) und vermeiden typische Fehler

SQL Server CAL 2019 aktivieren – Anleitung & Fehlerbehebung

Wichtiger Grundsatz vorab: SQL Server CALs (Client Access Licenses) werden nicht „technisch aktiviert“. Es gibt also keinen Key, der in SQL Server eingegeben wird. Stattdessen handelt es sich um Nutzungsrechte, die organisatorisch zugewiesen und dokumentiert werden. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie im Lizenzmodell Server + CAL sauber vorgehen, wie Sie Benutzer/Geräte korrekt zuordnen und typische Fehler vermeiden.

Gilt für: Microsoft SQL Server 2019 (Standard/Enterprise) im Lizenzmodell Server + CAL. Alternativ gibt es das Modell Pro Core – dabei sind keine CALs nötig.

1️⃣ Lizenzmodell prüfen: Server+CAL vs. Pro Core

Stellen Sie zuerst sicher, dass Ihre Umgebung tatsächlich mit Server + CAL lizenziert werden soll:

  • Server + CAL: 1 Serverlizenz für jede installierte SQL-Instanz plus CALs für jeden zugreifenden Benutzer oder jedes zugreifende Gerät.
  • Pro Core: Lizenzierung nach CPU-Kernen (CALs entfallen), sinnvoll bei vielen oder unbekannten Nutzern/Clients.

Wenn Sie bereits Pro Core erworben haben, benötigen Sie keine CALs und können diesen Artikel verlassen.

2️⃣ Versionskompatibilität der CALs beachten

SQL Server CAL 2019 ist gültig für Zugriffe auf SQL Server 2019 und ältere Versionen (Downlevel). Umgekehrt gilt: Eine ältere CAL (z. B. 2017) berechtigt nicht automatisch zum Zugriff auf SQL Server 2019.

  • CAL 2019 → Zugriff auf 2019 / 2017 / 2016 / … ✅
  • CAL 2017 → Zugriff auf 2019 ❌ (Upgrades erfordern neue CALs)
Tipp: Version des Zielservers prüfen: SELECT @@VERSION; in SSMS ausführen, um die genaue Edition/Build zu sehen.

3️⃣ Benutzer- vs. Geräte-CAL: den richtigen Typ wählen

Wählen Sie den CAL-Typ passend zum Nutzungsszenario:

  • User CAL: Eine Person greift von mehreren Geräten zu (z. B. PC + Laptop + Mobilgerät).
  • Device CAL: Viele Nutzer greifen über ein gemeinsames Gerät zu (z. B. Terminal/Schichtbetrieb).

Beide sind nicht austauschbar. Die Entscheidung sollte zur Praxis passen, um Mehrkosten oder Compliance-Risiken zu vermeiden.

4️⃣ CALs korrekt zuordnen & dokumentieren (Organisatorische „Aktivierung“)

Da es keine technische Aktivierung gibt, erfolgt die „Aktivierung“ durch Zuweisung & Dokumentation:

  1. Liste der Zugreifer erstellen: Wer/was greift auf SQL zu? (Nutzerkonten, AD-Gruppen, Applikationskonten, Geräte)
  2. CALs zuweisen: Pro Benutzer oder pro Gerät eine CAL in Ihrer Lizenzdokumentation (z. B. Inventarliste) hinterlegen.
  3. Nachweis ablegen: Belege/Keys/Rechnungen von Licenselounge24.de ablegen und Ihre Zuweisungsliste pflegen.
  4. Zugriff in SQL absichern: Nur berechtigte Nutzer/Geräte erhalten Logins/Mapping in SQL (siehe nächster Schritt).
Compliance-Hinweis: Bei Audits zählt Ihre dokumentierte Zuweisung (wer besitzt welche CAL) und die Nachweise über den Erwerb.

5️⃣ Zugriffe in SQL Server sauber einrichten (SSMS)

Technisch wird der Zugriff über Logins/Rollen gesteuert – so stellen Sie sicher, dass nur lizenzierte Zugreifer Zugriff erhalten:

  1. SSMS öffnen → mit einem Admin auf die Instanz verbinden.
  2. Sicherheitsmodell: Verwenden Sie bevorzugt Windows-Authentifizierung mit AD-Gruppen (z. B. „SQL_Reporting_User“).
  3. Logins anlegen (Security → Logins), AD-Gruppen/Nutzer hinzufügen.
  4. DB-Rechte zuweisen: In der jeweiligen Datenbank Users anlegen und Rollen vergeben (z. B. db_datareader, db_datawriter).
-- Beispiel: AD-Gruppe als Login hinzufügen (Windows-Auth)
CREATE LOGIN [DOMAIN\SQL_Reporting_User] FROM WINDOWS;
-- In DB „Reporting“ als User anlegen:
USE [Reporting];
CREATE USER [DOMAIN\SQL_Reporting_User] FOR LOGIN [DOMAIN\SQL_Reporting_User];
EXEC sp_addrolemember N'db_datareader', N'DOMAIN\SQL_Reporting_User';

So koppeln Sie technisch die Zugriffe an Ihre dokumentierte CAL-Zuweisung.

6️⃣ Häufige Fehlerbilder & schnelle Lösungen

  • „Zu wenig CALs“: Nutzerzahl wächst, aber CAL-Liste nicht aktualisiert → Zusätzliche CALs erwerben und Zuweisungsliste anpassen.
  • Falsche CAL-Version: Ältere CALs greifen auf 2019 zu → CAL 2019 nachlizenzieren.
  • Unklare Zugriffe über Dritt-Apps: Auch Service-Accounts/API-Clients zählen als Zugriff → als User- oder Device-CAL berücksichtigen.
  • Technische Sperren: Login-Fehler in SSMS (z. B. „Login failed“) → AD-Gruppenrechte/Mapping prüfen, ob Nutzer tatsächlich berechtigt ist.
  • Edition-Limits: Express/Standard-Limits (Speicher/Größe) sind keine CAL-Themen, können aber als „Fehler“ wahrgenommen werden → Edition prüfen: SELECT @@VERSION;

7️⃣ Wann ist Pro Core sinnvoller?

Wenn die Anzahl der Zugreifer hoch/wechselnd ist (z. B. Web-App mit vielen anonymen Nutzern) oder Sie externe Zugriffe nicht exakt zählen können, ist Pro Core oft wirtschaftlicher und administrativ einfacher (keine CAL-Zuordnung nötig).

FAQ – Häufige Fragen

Wo gebe ich die CAL in SQL ein?
Nirgendwo – CALs werden nicht im Server „aktiviert“. Sie sind Nutzungsrechte, die Sie organisatorisch zuweisen und dokumentieren.

Wie weise ich einen externen Mitarbeiter zu?
Entweder erhält er eine User CAL (und ein identitätsgebundenes Login) oder der Zugriff erfolgt über ein Device mit Device CAL. Wichtig ist die saubere Dokumentation.

Gilt eine CAL pro Instanz?
CALs gelten pro Zugreifer (User/Device) je Organisation, nicht pro Instanz. Die Serverlizenz benötigen Sie pro SQL-Serverinstanz (bei Server+CAL).


💡 Sie sind unsicher, wie viele CALs Sie benötigen oder ob Pro Core günstiger wäre? Senden Sie uns kurz Ihr Szenario (Nutzerzahl, Geräte, Zugriffsmuster) – wir empfehlen das passende Modell.

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