Was bedeutet User CAL vs. Device CAL? Einfache Erklärung für Einsteiger
Wer Windows Server, SQL Server oder Remote Desktop Services (RDS) nutzt, stößt schnell auf die Begriffe User CAL und Device CAL. Beide stehen für Client Access Licenses – also Zugriffslizenzen, die bestimmen, wer oder was auf den Server zugreifen darf. In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau dahintersteckt, worin der Unterschied liegt und welche Variante sich für Ihr Unternehmen besser eignet.
1️⃣ Was sind CALs überhaupt?
Eine Client Access License (CAL) ist keine Software, sondern eine Zugriffsberechtigung. Sie erlaubt einem Benutzer oder Gerät, auf die Dienste eines Microsoft-Servers (z. B. Windows Server oder SQL Server) zuzugreifen. Das Betriebssystem selbst (z. B. Windows Server 2022) enthält keine unbegrenzten Zugriffsrechte – für jeden Zugriff über ein Gerät oder einen Nutzer wird eine entsprechende CAL benötigt.
CALs gelten immer für eine bestimmte Server-Version. Wer also auf einen Windows Server 2022 zugreifen möchte, benötigt mindestens eine CAL 2022 oder eine abwärtskompatible Version (z. B. 2025 für 2022).
2️⃣ User CAL – Lizenz pro Benutzer
Eine User CAL (Benutzerlizenz) ist an eine einzelne Person gebunden. Diese darf von beliebigen Geräten aus auf den Server zugreifen – egal, ob vom Büro-PC, Notebook, Tablet oder über Remote Desktop von zu Hause.
- Vorteil: Ideal, wenn einzelne Mitarbeiter mit mehreren Geräten arbeiten.
- Nachteil: Weniger effizient, wenn viele Personen denselben Arbeitsplatz gemeinsam nutzen.
Beispiel: Ein Administrator hat einen Büro-PC, ein Laptop und ein Tablet. Mit einer einzigen User CAL kann er alle Geräte gleichzeitig verwenden, da die Lizenz an ihn – nicht an das Gerät – gebunden ist.
3️⃣ Device CAL – Lizenz pro Gerät
Eine Device CAL (Gerätelizenz) wird einem einzelnen Computer, Terminal oder Tablet zugeordnet. Alle Personen, die dieses Gerät nutzen, dürfen darüber auf den Server zugreifen.
- Vorteil: Kosteneffizient in Umgebungen mit Schichtbetrieb oder gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen.
- Nachteil: Unpraktisch, wenn Benutzer von vielen verschiedenen Geräten arbeiten.
Beispiel: In einer Werkstatt teilen sich drei Mitarbeiter denselben PC. Eine einzige Device CAL reicht völlig aus, weil sie an das Gerät gebunden ist – nicht an den einzelnen Nutzer.
4️⃣ Wann welche Lizenz sinnvoll ist
Die Entscheidung hängt stark von der Arbeitsweise im Unternehmen ab:
| Kriterium | User CAL | Device CAL |
|---|---|---|
| Viele Geräte pro Benutzer | ✅ Ideal | ❌ Unpraktisch |
| Geteilte Arbeitsplätze / Schichtbetrieb | ❌ Überdimensioniert | ✅ Ideal |
| Homeoffice / Remote Access | ✅ Einfach für denselben Nutzer | ❌ Gerätabhängig |
Als Faustregel gilt: User CALs sind besser für Büroumgebungen mit wechselnden Geräten. Device CALs eignen sich für feste Arbeitsstationen oder geteilte Rechner.
5️⃣ Kombination beider Lizenztypen
Microsoft erlaubt, in einem Unternehmen User- und Device-CALs zu mischen. So können Sie Ihre Umgebung optimal anpassen:
- Büromitarbeiter → User CALs
- Werkstatt, Lager, Callcenter → Device CALs
Dadurch zahlen Sie nur für das, was Sie wirklich benötigen. Wichtig ist nur, dass jede Verbindung zum Server durch eine gültige CAL abgedeckt ist.
6️⃣ Welche CAL-Version brauche ich?
CALs sind versionsgebunden. Eine neuere CAL darf auf ältere Server zugreifen (abwärtskompatibel), aber nicht umgekehrt.
- Windows Server 2025 CAL → funktioniert mit Server 2022, 2019 usw.
- Windows Server 2019 CAL → funktioniert nicht mit Server 2025.
7️⃣ Fazit: Die richtige CAL spart Kosten
Ob User CAL oder Device CAL – entscheidend ist, wie Ihre Mitarbeiter arbeiten. Bei vielen Geräten pro Person lohnt sich die User-Variante, bei festen Arbeitsplätzen die Device-Option. Eine sorgfältige Mischung beider Typen spart langfristig Lizenzkosten und sorgt für volle Server-Compliance.
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