CALs richtig planen: So ermitteln Sie die benötigte Anzahl für Microsoft-Server (User vs. Device)

Wie viele CALs brauche ich wirklich?

Die korrekte Anzahl an Client Access Licenses (CALs) hängt von drei Dingen ab: welche Serverrolle genutzt wird (z. B. Windows Server-Dienste, Remote Desktop Services), welcher CAL-Typ gewählt wird (User oder Device) und wer/was tatsächlich zugreift (Personen, Geräte, Dienste). Diese Anleitung zeigt Ihnen eine einfache Methode zur sauberen Ermittlung – mit Faustregeln, Beispielen und Checkliste.

Kurzfassung: Für den Zugriff auf Microsoft-Serverfunktionen sind CALs erforderlich – entweder pro Benutzer (User CAL) oder pro Gerät (Device CAL). Einige Rollen (z. B. RDS) benötigen zusätzliche CALs.

1️⃣ Wofür werden CALs benötigt?

  • Windows Server CALs: Für den Zugriff auf Datei-/Druckdienste, Active Directory, Freigaben, Standard-Serverdienste.
  • RDS-CALs (Remote Desktop Services): Zusätzlich erforderlich bei Remotedesktop/Terminalserver-Sitzungen – sie kommen on top zu Windows Server CALs.
  • Weitere Microsoft-Serverrollen: Je nach Produkt können eigene CALs/Abos gelten (z. B. Exchange/SharePoint in entsprechenden Editionen).

2️⃣ User- vs. Device-CAL: den passenden Typ wählen

Sie entscheiden pro Produkt/Rolle, ob Sie User CALs oder Device CALs einsetzen:

  • User CAL: Eine Person darf von mehreren Geräten zugreifen (PC + Laptop + Smartphone). Ideal bei „1 Person, viele Geräte“.
  • Device CAL: Ein Gerät wird von mehreren Personen genutzt (z. B. Schichtbetrieb, Kiosk, Terminal). Ideal bei „viele Personen, wenige gemeinsame Geräte“.
Faustregel: Mehr Geräte als Nutzer → User CALs. Mehr Nutzer als Geräte → Device CALs.

3️⃣ Zählen, was wirklich zugreift

  1. Benutzerbasis ermitteln: Mitarbeitende, externe Nutzer (Werkstudenten/Partner), Dienst-/Roboterkonten.
  2. Gerätebasis ermitteln: Feste PCs, Laptops, Thin Clients, Scanner/PoS, gemeinsam genutzte Terminals.
  3. Zugriffspfade prüfen: Direktzugriffe, Remote/Desktop-Sitzungen (RDS), Zugriffe über Dienste/Apps (Multiplexing zählt mit).

Wichtig: Auch indirekte Zugriffe (über Portale/Middleware) erfordern CALs für die hinter dem System stehenden Nutzer/Geräte.

4️⃣ Rechenbeispiele (allgemein)

Beispiel A – Windows-Serverdienste:
25 Mitarbeitende, jeder nutzt PC + Laptop. → User CALs sinnvoll.

  • Benötigt: 25 Windows Server User CALs.

Beispiel B – RDS/Terminalserver:
12 Mitarbeitende, 6 gemeinsam genutzte Terminals in 2 Schichten.

  • Windows-Server: 12 User CALs oder 6 Device CALs (je nach Nutzung außerhalb von RDS).
  • Zusätzlich RDS: entsprechend dem gewählten Typ 12 RDS User CALs oder 6 RDS Device CALs.

Beispiel C – Gemischte Umgebung:
10 feste Office-PCs (Shared) + 8 mobile Mitarbeitende mit Laptops.

  • Für die 10 Terminals: 10 Windows Device CALs (+ ggf. 10 RDS Device CALs).
  • Für mobile Nutzer: 8 Windows User CALs (+ ggf. 8 RDS User CALs).

5️⃣ Sonderfälle & Stolpersteine

  • Multiplexing: Zugriffe über Portale/BI/Middleware reduzieren den CAL-Bedarf nicht – alle Endnutzer zählen.
  • Externe Nutzer: Zählen grundsätzlich mit (vertrags-/modellabhängige Ausnahmen prüfen).
  • Versionen: CAL-Version muss zum Server passen (z. B. Windows Server 2019 → CAL 2019 oder höher).
  • RDS ist add-on: RDS-CALs kommen zusätzlich zu Windows Server CALs.
  • Mischbetrieb: User- und Device-CALs dürfen koexistieren, aber pro Zugriff gilt jeweils ein Typ.

6️⃣ Entscheidungsbaum (kompakt)

  1. Brauchen Personen/Geräte Serverfunktionen? → Ja → CALs einplanen.
  2. Viele Geräte je Person? → User CALs. Viele Personen je Gerät? → Device CALs.
  3. Remote Desktop im Einsatz? → RDS-CALs zusätzlich im selben Typ (User/Device).
  4. Versionen/Editionen prüfen → passende CAL-Version wählen.

7️⃣ Checkliste für Ihre Bestellung

  • Windows Server CALs: Anzahl = Anzahl Nutzer oder Anzahl Geräte (gewählter Typ).
  • RDS-CALs: Anzahl = entsprechende Anzahl RDS-Nutzer oder RDS-Geräte (zusätzlich zu Windows CALs).
  • Versionen: Serverversion prüfen und CAL-Version passend wählen (gleich oder höher).
  • Dokumentation: Zuweisungen nachvollziehbar festhalten (für Audit/Compliance).

FAQ – Häufige Fragen

Kann ich User- und Device-CALs mischen?
Ja – pro Rolle/Produkt können beide Typen parallel existieren. Achten Sie auf saubere Zuweisung und Verwaltung.

Zählen Service-/Roboterkonten?
Ja, sofern sie auf Serverfunktionen zugreifen. In der Planung als Nutzer oder gerätegebundener Zugriff berücksichtigen.

Muss ich pro Server neue CALs kaufen?
CALs lizenzieren den Zugreifer innerhalb Ihrer Organisation – nicht jede einzelne Serverinstanz. RDS-CALs sind rollenbezogen.


💡 Unsicher, welche Kombination (User/Device) für Sie wirtschaftlich ist? Senden Sie uns kurz Nutzer-/Gerätezahlen und Ihr Nutzungsszenario – wir rechnen das transparent durch.

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